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Sehenswertes am Gardasee

Das Scaligerkastell in Malcesine sollte man sich nicht entgehen lassen. Der Ort gilt neben Torri del Benaco, Garda und Lazise zu den schönsten Orten am Gardasee und wird deswegen auch die Perle des Gardasees genannt. Die engen Altstadtstraßen prägen das Stadtbild mit der weithin gut sichtbaren Burg. Das Scaligercastell steht auf einem Felsvorsprung direkt am Gardasee. Vom Turm aus genießt man einen traumhaften Blick auf den Norden des Sees bis nach Riva del Garda und Torbole und im Süden öffnet sich der Blick an klaren Tagen bis nach Sirmione. Goethe geriet 1786 während seiner „Italienreise“ beim zeichnen des Ortes und des Kastells unter Spionageverdacht und wurde dort festgehalten. Heute erinnert in der Burg eine Büste an seinen „Besuch“.

Der Monte Baldo ist ein zwischen der Etsch und dem Gardasee gelegener Bergrücken. Der höchste Punkt des Monte Baldo ist Punto Telegrafo auf 2.200 m ü.NN. Für Blumenfreunde und Botaniker ist der geschützte Osthang eine Fundgrube an fast 600 verschiedenen Alpenblumen. Etliche Pflanzen kommen in Europa nur noch dort vor. Von Malcesine gelangt man mit der Seilbahn auf den Monte Baldo, der von Wanderern und Mountainbikern genutzt wird, die dann über die Schotterpisten den Berg hinunter fahren.

Die kleine Landzunge Punta San Vigilio befindet sich zwischen Garda und Torri del Benaco am Fuße des Monte Baldo. Die Halbinsel ragt neben der von Sirmione am weitesten in den Gardasee hinein. Die Halbinsel ist in Privatbesitz der Familie des Grafen Guarienti di Brenzone und man kann sie nach Zahlung eines Eintrittsgeldes betreten. Über eine Zypressenallee gelangt man vorbei an der Villa mit seinem großen Renaissance-Garten an den See. Vom Garten aus genießt man den besten Blick auf den Gardasee. Gäste in der Villa waren Marie-Louise von Österreich, Zar Alexander III, Winston Chruchill, Laurence Olivier, Prinz Charles und der König Juan Carlos von Spanien. Auf dem Weg nach Süden kommt man an einem kleinen Hafen und einem Gewächshaus und der Kirche San Vigilio vorbei. Nach Norden hin öffnet sich die Halbinsel in die Baia delle Sirene, die als der schönste Strand am Gardasee gilt.

Torri del Benaco ist einer der schönsten Orte am Gardasee. Besonders hübsch ist der Hafen mit seinem Scaligercastell aus dem 14. Jh. und die Altstadt von Torri del Benaco. Die Burg wurde zum Schutz dees Hafens errichtet und beherbert heute ein Heimatmuseum, dass sich lohnt zu besichtigen. Dort sieht man Exponate zum Olivenanbau der Gegend und zur Fischereigeschichte. An der Südseite befindet sich eine der letzten noch betriebenen Zitronen- und Orangenplantagen (Limonaia), von denen es früher zahllose rund um den Gardasee gab. Das Gewächshaus ist am Museum angeschossen und kann von dort aus auch besichtigt werden. Auch ist ein Besuch der kleinen Barockkirche Santi Pietro e Paolo zu empfehlen. Dort befindet sich eine wertvolle Orgel.

Garda heißt so viel wie Garten und ist ein altdeutscher Begriff. Garda befindet sich am Ostufer vom Gardasee und ist von einer üppigen sub-mediterranen Vegetation umgeben. Der Ort ist ein sehr beliebtes Urlaubsziel am Gardasee. Die ausgeprägte Seepromenade und der kleine Hafen mit dem Piazzo dei Capitani aus venezianischer Zeit prägen das Ortsbild von Garda. Theoderich, der König der Goten ließ im 5. Jh. auf einem Plateau über dem Ort eine Burg bauen. Sie hieß „Ze Garten“, also „der Garten“. Sie galt als uneinnehmbar, bis sie von Otto dem Großen eingenommen wurde und der Langobardenfürst Berengar II gefangen genommen wurde.

Bardolino liegt nördlich von Lazise und südlich von Garda. Der Ort ist, wie alle Orte am Süd-Ost-Ufer des Gardasees ein beliebter Urlaubsort. Die Sehenswürdigkeiten des Ortes sind ein Ölmuseum und die Kirchen San Severo, San Zeno und San Colombano. Bekannt und beliebt ist Bardolino auch wegen seinem gleichnamigen Wein.

Die Geschichte von Lazise geht auf die Bronzezeit zurück, wie zahlreiche Funde in den Orten La Quercia, Bor und Porto Pacengo bezeugen. Der Name stammt von „laceses“ und heißt übersetzt „Ort am See“. Zur Römerzeit im 11. Jh. war Lazise ein bedeutender Hafen. Er war zur damaligen Zeit ein Liegeplatz der venezianischen Galeeren und diente als Kriegshafen. Der Ort konzentrierte sich auf den Handel und die Kriegsflotten. Erst durch die Scaliger verwandelte sich das Stadtbild von Lazise. Sehenswertes ist in Lazise die Scaligerburg, die Ende des 9. Jh. gegen die Hunnen errichtet wurde. Die Burganlage zählt zu den besterhaltenen am Gardasee. Die Veroneser Zollstelle befindet sich unmittelbar neben der Kirche San Nicolò. Sie wurde im 14. Jh. als Arsenal der Scaliger und der Venezianer eingerichtet. Die Therme dei Colà befindet sich im Hinterland vom Gardasee. Der Park der Villa dei Cedri ist 13 Hektar groß und es befindet sich dort ein Thermalbad mit einem 5.000 m² großen Thermalsee.

Sirmione ist die größte Halbinsel vom Gardasee. Sie hat die Form eines Dreiecks mit der größten Seitenlänge von 1.250 m. Durch eine im Gardasee entspringende Thermalquelle ist das Klima dort außerordentlich mild. Im Altertum war der Süden des Gardasees von einem großen Wald bewachsen. Heute sind Olivenbäume und mediterrane Vegetation vorherrschend. Wie auch in Lazise geht die Geschichte des Ortes bis in die Bronzezeit zurück. Ansiedlungen von Pfahlbauten, dehnten sich nach Lazise und Salò aus. In der Römerzeit wurde die Halbinsel ein Luxusort für die elitären Familien. Aus dieser Zeit sind von den ehemaligen drei Villen nur noch die „Grotten des Catull“ auf dem letzten der drei Hügel erhalten geblieben. Den Namen hat die Villa dem Poeten Gaius Valerius Catullus zu verdanken, der im 1. Jh. v. Chr. den Ort gelegentlich aufsuchte. Neben den „Grotten des Catull“ sind die Scaligerburg (Castelo Scaligero) mit seiner Ringmauer, die das Städtchen vom Festland trennt, sehenswert. Über eine Zugbrücke gelangt man in den Ort Sirmione, wober der Zugang zur Ortschaft ganz einfach zu kontrollieren war. Weiter sind die Kirchen Santa Maria Maggiore und San Pietro in Mavino sehenswert.
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